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Das Leben auf Universitäten

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„Da+ Leben auf Universitäten“von Bernhard Friedrich Voigt

Nach heutiger Sprachregelung wäre dieses Buch wohl als "Erstsemesterinfo" zu bezeichnen, denn es beinhaltet die aus damaliger Sicht wichtigsten Informationen für einen Studienanfänger. Dass dabei Wissenschaft und Forschung gegenüber zeitgemäßen studentischen Umgangsformen, Trink-, und Duellregularien in den Hintergrund treten, lässt interessante Rückschlüsse auf das Verhältnis zwischen Strebsamkeit und Abenteuerlust zu, das die Studienanfänger jener Zeit geprägt haben muss.

So beginnt "Das Leben auf Universitäten", 1824 von Bernhard Friedrich Voigt herausgegeben, zwar mit einer hochinteressanten Bewertung der Deutschen Universitäten, widmet sich dann aber ausßlich den Sitten und Gebräuchen, denen sich der Student in seiner damals noch sehr großzügig bemessenen Freizeit hingab. Da wird gezecht, was das Zeug hält, aber es wird auch vor der gesundädigenden Wirkung des "Papst" als höchster Eskalationsstufe wetteifrigen Biertrinkens gewarnt. Nach den Informationen über die Regeln des gemeinsamen Trunkes folgt die Einteilung der Studenten und ihre Karriere vom Maulesel bis zum bemoosten Haupt.

Wer damals als Bursche vollwertiges Mitglied der Studentenschaft werden und nicht als "Fink" sein Dasein fristen wollte, der musste Mitglied einer Verbindung werden und sich dem allgemeinen Burschencomment seiner Alma Mater unterwerfen. Dieser Comment mit seinen Ehren- und Duellist die eigentliche Schatztruhe dieses Buches. Eingeleitet von der historischen Entwicklung der Studentenverbindungen werden deren Wesen und Satzungen detailliert geschildert. Präzise sind die Verfahrensmuster der Ehrenhändel mit ihren Folgen definiert und obwohl manche Abläufe sich bis heute erhalten haben, muten die zwingend letalen Formen des Pistolenduells, wie etwa der "über das Schnupftuch" heute eher wie Episoden aus einem Mantel- und Degen-Film an.

Nach Ehrenregeln und Duell laden die letzten beiden Kapitel mehr zum Schmunzeln ein. Ob BlechDämmerfürst oder Kümmeltürke, das Verzeichnis der "Burschikosen Ausdrücke" enthält viele schöne Ausdrücke aus alter Zeit und zeigt die Wurzel manches heute noch genutzten Begriffs. Selbstverständlich fehlt auch das Liedgut nicht, welches die jungen Musensöhne, denen der Autor dieses Buch widmete, auf ihrem Weg in das freie Studentenleben begleiten sollte.

Holger Bödeker



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