Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA)

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Zum Neuen Jahr


geschrieben von Robert Bühl



München, 1.1.2017: Allen unseren Freunden und Freundinnen, Farbenbrüdern und -schwestern wünsche ich im Namen des von den Delegierten für die Amtsperiode 2017/2018 neugewählten CDA-Vorstandes einen guten Start in das neue Jahr.

War 2016 ein "gutes" Jahr? Das kommt darauf an, wie man es sieht. Es gibt ja nicht eine einzige Wirklichkeit, sondern wir schaffen unsere Wirklichkeit durch unsere Erfahrung und Wahrnehmung.

Die andauernden Konflikte im Nahen Osten und der dadurch andauernde Terror lassen unsere Zivilisationsdecke recht dünn erscheinen, der unterschiedliche Umgang mit dem Flüchtlingsthema in Europa und Deutschland, der sybillinische Sprachgebrauch der Populisten und das bedauerliche Auslaufen der Amtsperiode eines moralisch integren Bundespräsidenten lassen einen zumindest die Stirn runzeln. Auch hätte die Bundeskanzlerin nicht besser sagen sollen "Wir wollen das", und "wenn wir es wollen, dann schaffen wir es auch"?

War es denn zumindest für die Korporationen ein gutes Jahr? Verbindungen mit einer guten Nachwuchssituation werden es anders sehen als diejenigen, deren Attraktivität -diesmal- nicht ausgereicht hat. Einerseits kann es in schlimmen Fällen an Streit, Zersplitterung oder an einem Mangel an Brückenbauern, Integratoren und Perspektive-Entwicklern liegen und Apathie, Pessimismus und Separatismus und vor allem Angst sind -wie man weiß- keine guten Ratgeber.

Frau Sonja Kuhn spricht in ihrer 2002 erschienenen Diplomarbeit von einem "Spannungsfeld zwischen Traditionsformalismus und Traditionsstiftung bei der Deutschen Burschenschaft" und spricht gelegentlich von einer heillosen Zersplitterung als Charakteristikum des Korporationsstudententums.

So lautet denn auch mein Credo als neuer Vorstand des CDA, dass wir den von mir so genannten "Binnendifferenzierungen" im Korporationswesen keinen Vorrang mehr einräumen und daraufhin wirken sollten, dass die korporativen Gemeinsamkeiten stärker als bisher in den Vordergrund gerückt werden. Dies wird uns die Öffentlichkeit mit mehr Sympathie danken und das Blatt wird sich wenden - das heißt, das Image wird sich verbessern.

Das inter-generative Wertevermittlungskonzept der Korporationen ist einzigartig, und gäbe es dieses nicht seit Entstehung der Europäischen Universitäten, müsste es dringend erfunden werden. Das Korporationswesen hat zu Zeiten möglicherweise unterschiedliche Herausforderungen, zu jeder Zeit aber dieselbe Verantwortung.

Es ist ein Privileg, parallel zum Studium unter Anleitung von erfahrenen "Alten Herren" bzw. "Hohen Damen" Werte wie "demokratische Entscheidungsfindung auf Conventen, Übernahme von Pflichten und Verantwortung, Üben von Toleranz gegenüber anderen, nicht der Pflicht nur zu genügen, sondern auch feiern, fröhlich sein ausprobieren zu können und schätzen zu lernen. Wir Korporierte wünschen mehr Gehör, haben wir doch wirklich etwas zu sagen und bringen vielleicht häufiger als andere Wort und Tat zur Übereinstimmung.

So ist klar: Das deutsche Korporationswesen hat Zukunft. Wir werden (zwar nicht immer) in zunehmendem Masse wohlwollend beobachtet werden. Wichtig ist deshalb, dass wir uns von einigen Fesseln der Vergangenheit lösen und dieses auch aktiv vermitteln. Es ist zwar immer gut zu wissen, wo man herkommt, das gilt natürlich auch für den CDA und die bisherigen Ämterträger. Insbesondere meinem Amtsvorgänger muss gedankt werden, in stürmischen Zeiten des Umbruchs die "Fahne hochgehalten" zu haben, sodass es nun aber nach Konsolidierung an der Zeit ist, eine aktive Perspektive öffentlichkeitswirksam umzusetzen und einen Schritt nach vorn zu tun.

Mehr Beachtung finden sollten größere Veranstaltungen der Verbände und Verbandsfeste. Zum Beispiel der traditionelle Marburger Frühschoppen in der ersten Juliwoche. Wir werden uns dafür einsetzen, dass er wieder stattfindet. Warum sollten die Marburger Bürger den Studenten nicht mehr auf diese Weise Ihren Dank ausdrücken dürfen? Wo bleibt denn die Freiheit der Andersdenkenden, die Rosa Luxemburg einst so reklamierte? Und … Natürlich kann der Marburger Marktfrühschoppen zukünftig keine Plattform mehr sein für Extremisten, sowohl von links als auch von rechts - beide sollen aber ihr Bier oder den Grüntee -ruhig- weiter- oder leertrinken und dann am Schluss des Festes oder auch schon vorher friedlich die Lokalität verlassen dürfen.

Ein weiteres studentisches Highlight war und ist der vom BDIC mitgetragene "Thomastag" im Dezember in Nürnberg. Auch er zeigt auf eindrucksvolle Weise die farbenstudentische Vielfalt in der Öffentlichkeit und auch hier wünschen wir uns allen einen nach wie vor friedlichen Verlauf.

Besonders hinweisen muss man auch auf die jährlich wiederkehrende Tagung der Weinheimer Corps in Weinheim an der Bergstraße. Zum Abschluss der Tagung gab es letztes Jahr nach dem öffentlichkeitswirksamen Fackelzug herunter von der von Corpsstudenten finanzierten und erbauten Wachenburg auf den Marktplatz eine öffentliche Dankes-, Begrüßungs- und Abschiedsrede des Weinheimer Oberbürgermeisters, in der er ganz explizit die vermittelten und praktizierten Tugenden der Corpsstudenten beim Namen nannte und der Öffentlichkeit somit vermittelte, was unter all den farbigen Mützen eigentlich steckt, nämlich mehr als nur ein "heller Kopf".

Auch die Web-Seite des CDA wird sich mehr integrativ und negativpresse-kritisch als bisher präsentieren. Der CDA wird in den Hochschulorten genauer als bisher nach der akademischen Freiheit und Freizügigkeit schauen und in größerem Umfang als bisher auf korporative Events hinweisen.

Für das letzte Quartal 2017 ist wieder ein "Deutscher Akademikertag" angedacht, der die 200jährige Wiederkehr des damals weichenstellenden Wartburgfestes in Eisenach im Fokus haben könnte. Gleichzeitig denke ich aber auch an einen korporationsübergreifenden Blick-in-die-Zukunft-Workshop. Für die Realisierung sind viele gute Kontakte und viel Zusammenarbeit von allen Korporierten und nicht-korporierten Kräften ganz wichtig.

Unsere Entwicklungschancen liegen in der Integration: "Concordia Conservat Potentiam" (in der Einigkeit liegt die Kraft). Mitwirkung mit Herz und Hand, das wäre mein Wunsch für uns, ein in jeder Beziehung konstruktives Jahr 2017 und einen guten Wirkungsgrad bei allen unseren Unternehmungen, sei es in eigener Sache privat, beruflich und natürlich auch in korporativen Angelegenheiten.

Robert Bühl
Vorsitzender des CDA
C! Rheno-Nicaria Mannheim
AV! Palato-Sinapia Karlsruhe

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